Biographie

Der schweizerische Maler und Grafiker Paul Klee wurde am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee/Bern geboren. Sein Vater war ein deutscher Musiklehrer, seine Mutter eine schweizerische Sängerin. Neben der Musik galt sein Interesse verstärkt dem Zeichnen und Dichten. 1898 bewarb er sich an der Münchner Akademie der Bildenden Künste. Dort studierte er - nach vorangegangenem Grafikstudium an einer Privatschule - von 1900 bis 1901 in der Malklasse von Franz von Stuck. Klee war mit vielen namhaften Malern seiner Zeit befreundet und unternahm zahlreiche Studienreisen.

1920 wurde er von Walter Gropius als Lehrer ans Weimarer Bauhaus berufen, wo er bis 1931 unterrichtete - zuerst als Formmeister, dann in einer Malklasse. 1931 wechselte er als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf, wurde 1933 allerdings auf Druck der Nationalsozialisten fristlos entlassen, die viele seiner Werke auf die Liste der „entarteten Kunst“ setzten. Nachdem Klee in die Schweiz zurückgekehrt war, erkrankte er 1935 und starb am 29. Juni 1940 im Tessin.

Walter Gropius

Design und Philosophie

Neben seinem bildnerischen Werk verfasste Paul Klee diverse kunsttheoretische Schriften, wie beispielsweise „Schöpferische Konfession“ (1920) oder das „Pädagogische Skizzenbuch“ (1925). Dabei ging es ihm Zeit seines Lebens um die Vision, Kunstwerke zu schaffen, die durch sich selbst sprechen. D.h. er wollte die Realität nicht einfach abbilden, sondern mit Formen, Farben und Linien in seinen Bildern seine Sicht der Wirklichkeit kommunizieren. Sein Credo lautete „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar.“

Es ging ihm also um eine Reduktion der Komplexität des real Sichtbaren, um auf diese Weise eine eigene, neue Wirklichkeit zu erschaffen. Indem er all seinen Bildern eindeutige Namen gab, konkretisierte er die jeweilige Botschaft seiner Bilder und schränkte damit den Interpretationsspielraum des Betrachters ein, was Anfang des 20. Jahrhunderts noch weitgehend neu war in der Malerei. Er thematisierte sowohl persönliche, als auch politische Umstände, die er häufig mit einem gewissen Witz darstellte.

In späteren Jahren wurden seine Bilder mystischer und spiritueller und reflektierten sowohl die moderne Religions- und Glaubensskepsis als auch die Relativität moralischer Wertvorstellungen.

Bauhaus-Phase

Mit Paul Klee berief Walter Gropius 1920 einen Vertreter der expressionistischen Avantgarde als Dozent an das Staatliche Bauhaus Weimar, damals die modernste Kunsthochschule in Deutschland. Das zugrunde liegende Konzept der Bauhaus-Philosophie war eine umfassende ästhetische Erziehung der Studenten und die Wiederbelebung der durch die Industrialisierung verlorenen Einheit zwischen Kunst und handwerklicher Technik.

Klee galt zu jener Zeit bereits als außergewöhnliche Erscheinung in der Kunstwelt und seine Vision von einer neuartigen Sprache von Farben und Formen korrespondierte hervorragend mit der Bauhaus-Utopie, Bauwerke für einen „neuen Menschen“ zu designen.

Klee wollte seine Schüler auf Basis einer „Zwiesprache der Kunst mit der Natur“ zu eigenständigem „bildnerischen Denken“ anleiten. Farbe, Form und Linien im Bildraum richtig zu erfassen gehörte dabei zu seinem zentralen Anliegen. Doch mit der Zeit machte ihm zunehmend der Spagat zwischen seinem künstlerischen Schaffen und seiner Lehrtätigkeit zu schaffen. Als auch noch künstlerische und politische Widersprüche mit der neuen Bauhaus-Leitung hinzukamen, kündigt er daher seine Lehrtätigkeit und übernahm eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Paul Klee Bauhaus Werke

Paul Klee gehört zu den wichtigsten bildenden Künstlern der sogenannten „Klassischen Moderne“ des vergangenen Jahrhunderts. Sein variationsreiches Werk, das nur wenig Figürliches zeigt, lässt sich keiner bestimmten Kunstrichtung zuordnen. Die Bandbreite reicht vom Expressionismus, Kubismus, Konstruktivismus und Primitivismus bis zum Surrealismus. Klee war neben der Bauhaus-Bewegung eng mit der Redaktionsgemeinschaft der „Blaue Reiter“ verbunden.

Nachdem er sich anfangs vehement gegen die Arbeit mit Farbe gewehrt hatte - er schuf in dieser Zeit hauptsächlich Radierungen, Handzeichnungen und Grafiken in Grau und Weiß - inspirierte ihn 1914 eine Tunesienreise mit August Macke sowie Louis Moilliet zu einem einschneidenden Wandel in seinem bildnerischen Schaffen. Damit gelang ihm mit lichtintensiven und farbenprächtigen Bildern auch als Maler der Durchbruch.

Klee kombinierte fortan unterschiedliche Techniken. Er setzte Öl- und Wasserfarben ein, aber auch Tinte und Untergrundstruktur spielten eine wesentliche Rolle. Dabei sind in fast allen seinen Bildern klar seine grafischen Wurzeln erkennbar - die Formen muten fast immer geometrisch an, strahlen dabei jedoch neben Strenge immer auch eine faszinierende Leichtigkeit aus.

Bauhaus Movement Designer

Kunst und Technik - Eine neue Einheit

Der Bauhaus-Stil ist wohl jener Bau- und Design-Stil, der wie kein anderer die Moderne seit Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt hat - sowohl die klassische Moderne als auch die Avantgarde. Und die Resonanz hält bis in die Gegenwart an und inspiriert immer noch weltweit Architekten und Designer das Bauhaus-Credo „Weniger ist mehr“ mit immer neuem Leben zu erfüllen. Inzwischen hat sich rund um den Erdball eine ständig wachsende Social Media Community etabliert, die sogenannte Bauhaus Design Community, die sich der Weiterentwicklung des ausgeprägt sachlichen Bau- und Designstil verschrieben hat.


One eye sees, the other feels. Paul Klee