Biographie

Der französisch-schweizerische Architekt Le Corbusier - mit vollem Namen Charles Edouard Jeanneret-Gris - wurde am 6. Oktober 1887 im Schweizerischen La Chaux-de Fonds geboren. Sein Vater war ein Designer, seine Mutter eine Musiklehrerin.

Ab 1900 absolvierte Le Corbusier in seinem Heimatort eine Ausbildung zum Maler, Goldschmied und Graveur. Ab 1904 studierte er Architektur. 1914 gelang ihm die Entwicklung seines Skelettsystems „Domino“ aus Eisenbeton, für den Bau von Mehrgeschossbauten.

Ab 1917 ließ sich Le Corbusier als Architekt und Maler in Paris nieder. Hier gab er auch 1919 bis 1925 die Architekturzeitschrift „L’Esprit Nouveau“ heraus, die innovative Architektur-Konzepte propagiert. Daneben machte er sich als Architekt und Möbeldesigner weltweit einen Namen und ab 1929 auch als gefragter Stadtplaner.

Mit provozierenden Ideen bestimmt er viele zeitgenössische Architekturdebatten - doch am Ende geht der Auftrag an andere. Während des Krieges sucht Le Corbusier für eine Realisierung seiner revolutionären Ideen gern die Nähe großer Führer, wie Stalin, Mussolini oder Hitler. Nach dem Krieg stellte es sich jedoch für seinen Ruf als Glücksfall heraus, dass keines der Projekte zustande kam. Le Corbusier stirbt am 27. August 1965.

Walter Gropius

Design und Philosophie

Kühl, intellektuell und ganz der Funktion verpflichtet - diese Eigenschaften kennzeichneten Le Corbusier und machten ihn zum Vorbild und seine Werke zu Kultobjekten des vergangenen Jahrhunderts. Sein Credo: „Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen; ein Sessel ist eine Maschine zum Sitzen“ - damals revolutionäre Sichtweise. Fans sprechen beispielsweise von einem „Möbel gewordenen Gedankengebäude“. Le Corbusier übernahm zahlreiche Reisen zu Studienzwecken, dabei faszinierte ihn besonders die Kargheit von Klosterzellen.

In einer Welt der Beaux-Arts- und Art-Déco-Kunst provozierte Le Corbusier mit seinem eleganten, puristischen Stil, so beispielsweise mit Ausstellungspavillons auf zwei Pariser Ausstellungen: Sparsam möblierte Räume, Integration der Natur und viel Stahlbeton und Glassfassaden - so sah sein Gegenentwurf aus.

Zu den Besonderheiten seiner Entwürfe gehörten wechselnde Raumhöhen ebenso wie Luft- und Freiräume oder Flachdächer als Freizeitoasen. Als Inspirator wurde er weltweit schon lange hoch geschätzt, aber erst 1951 gelang ihm mit den avantgardistischen Entwürfen für die neue indischen Regierungszentrale, gefördert von Nehru, endlich erstmals selbst ein Mega-Projekt zu realisieren.

Bauhaus-Phase

Ein Ziel am Bauhaus (1919 bis 1933) war es, eine neue Architektur und Bauweise zu entwickeln, die preiswerten Wohnraum für „Normalbürger“ ermöglichen und auch bei kleinen Grundrissen alle notwendigen Wohnfunktionen enthalten sollte. Le Corbusier, der u.a. in Kontakt mit Walter Gropius stand, beteiligte sich an zukunftsweisenden Bauhaus-Ausstellungen und war auch mit Entwürfen am legendären Bau der Stuttgarter Weißenhof-Siedlung beteiligt.

Die Siedlung gilt heute als Meilenstein der Modernen Architektur und dokumentiert deutlich die Abwendung von vorindustriellen Wohnformen. 1927 stellten 17 namhafte internationale Architekten - wie Walter Gropius und Mies van der Rohe - der Stuttgarter Öffentlichkeit ihre Vision vom Neuen Wohnen vor. Im Mittelpunkt standen rationelle Baumethoden und neue Baumaterialien, wie Leichtbeton-, Trockenbau- und Le Corbusiers Skelettbauweise sowie Beton, Stahl und Glas.

Es war eine äußerst schmucklose Architektur, ohne Verzierungen, reduziert auf Form und Funktion. Die Siedlung war als Gebrauchsobjekt und nicht als Repräsentationsobjekt konzipiert, denn die Zeiten, so die Architekten, ließen kein verschwenderisches Bauen mehr zu. Mit möglichst wenig Einsatzmittel sollte größtmögliche Wirkung erzielt werden. Formstreng nach innen und nach außen. Dabei zeichneten die Architekten erstmals auch für die Inneneinrichtung verantwortlich.

Le Corbusier Bauhaus Werke

Bis 1922 widmete sich Le Corbusier hauptsächlich der Malerei. Bevorzugt inszenierte er technische Objekte, sowohl in neoplastischem, kubistischem und dadaistischem Stil.

Was seine Ideen zur Stadtplanung betraf waren diese ja radikal und revolutionär für seine Zeit. So legte er 1925 Entwürfe für ein neues, autogerechtes Paris vor. Es ging um nichts weniger als eine Neuvermessung der Welt im beginnenden Maschinenzeitalter. Seine Arbeiten waren dabei stark vom Purismus geprägt. Doch er hatte auch viele Gegner, denen besonders seine technokratischen städtebaulichen Visionen zu weit gingen. Für sie sind es „Verfehlungen der Moderne“.

Er nahm am „Congrès Internatinaux d’Architecture Moderne“ teil und war maßgeblich an der Charta von Athen beteiligt, in der 1944 neue Leitsätze für den Städtebau aufgestellt wurden.

Wichtigste Bauten in der Nachkriegszeit: „Unité d’habitation“, ein Marseiller Wohnkomplex im Hochhausstil (1945), aber auch die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut, Ronchamps (1950), die Ecole d’Art (1959), das Musée et Galerie d’Art (1952), das Carpenter Visual Arts Center der Harvard University in Cambridge Massachuesetts (1961).

Bauhaus Movement Designer

Kunst und Technik - Eine neue Einheit

Der Bauhaus-Stil ist wohl jener Bau- und Design-Stil, der wie kein anderer die Moderne seit Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt hat - sowohl die klassische Moderne als auch die Avantgarde. Und die Resonanz hält bis in die Gegenwart an und inspiriert immer noch weltweit Architekten und Designer das Bauhaus-Credo „Weniger ist mehr“ mit immer neuem Leben zu erfüllen. Inzwischen hat sich rund um den Erdball eine ständig wachsende Social Media Community etabliert, die sogenannte Bauhaus Design Community, die sich der Weiterentwicklung des ausgeprägt sachlichen Bau- und Designstil verschrieben hat.

A house is a machine for living in Le Corbusier